Unsere Geschichten

Hugo Demetz und die Bioarchitektur

By 28 Januar 2019 Februar 5th, 2019 No Comments

Beim Tirler kommen

Handwerker ins Grübeln

Die Architektur schlich sich durch den Magen ins Hotel Tirler. Im Restaurant bestanden die Hoteliers Sandra und Hannes Rabanser darauf: Alle Gäste wählen von der Speisekarte, mit und ohne Lebensmittelunverträglichkeit. Wenn es auf der Alm keine Sünde gibt, wie die Alten sagten, dann auch keinen Verzicht, finden die Hoteliers und bauten ihr Haus garantiert allergikerfreundlich. Freiheit für alle, ist das Rabanser-Credo.

Sie ahnten nicht, worauf sie sich einließen. Auch Architekt Hugo Demetz sagt heute: „Wir wussten anfangs nicht, wie streng die Vorschriften wirklich sind.“ Die Rabanser jedoch blieben bei ihrer Entscheidung: Wenn, dann richtig, sagten sie sich. Es war ihnen egal, dass die Handwerker dagegen manchmal auf die Barrikaden gingen.

Der österreichische Baubiologe Alfred Ruhdorfer wurde zur Kontrollinstanz. Er veranlasste alle möglichen Messungen: Magnetfelder, Elektrosmog, Schadstoffe, Gasaustritte, Lärm. Und er ging keine Kompromisse ein. So führte eins zum anderen. Bauweise, Materialien, Transport. „Wir kamen immer mehr darauf zurück, wie früher gebaut wurde“, sagt Hannes Rabanser.

Für Allergiker: kein Elektrosmog, keine versteckten Magnetfelder.

Massive Eisenträger in der Baustruktur waren tabu, die Elektroleitungen im gesamten Haus sind abgeschirmt, jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Netzschalter, mit dem der Strom gekappt werden kann. Die Zone vor dem Zimmer oder zum Nachbargemach ist elektrofrei; kein einziges Kabel verläuft unter den Betten: „Der Schlafbereich ist heilig für den Baubiologen“, weiß Hannes Rabanser jetzt. So schlafen Sie jetzt in einem Kokon aus duftendem und nachweislich beruhigendem Zirbenholz. Das Raumklima regeln Lehm- und Kalkwände. Gereinigt wird mit Wasser und Schmierseife.

Der neue Ehrgeiz: Materialien wie anno dazumal.

Stein, Holz, Lehm sind die Materialien, aus denen der Tirler erbaut ist. Ehrgeiz brachte alles ins Rollen. Für die Sauna  suchten Hannes Rabanser und Architekt Hugo Demetz nun selber im Wald nach „krummen Bäumen“. Steine ließen sie aus dem Bachbett anschleppen. Selbst der Aufzug ist mit Holz ausgetäfelt. Auf dem Dach wurden 50.000 Holzschindeln verlegt. Ein Teil des Daches ist begrünt. „Man sieht es gar nicht, bis man vor dem Hotel steht“, sagt der Hotelier.

Mit dem Segen des Baubiologen: Handwerker unter Kuratel

Alle Materialien wurden vorgelegt. Jeder Handwerker musste den Segen von Alfred Ruhdorfer, dem Baubiologen, einholen. Herkömmlicher Klebeschaum, synthetische Farben, Öle zur Holzbehandlung: Überall schüttelte Ruhdorfer den Kopf. Die Handwerker – ausschließlich Südtiroler Unternehmen – rebellierten. Umsonst. „Nachrüsten kann man bei der biologischen Bauweise nicht“, erklärt Architekt Demetz. Es muss von vornherein stimmen. So machten sich die Handwerker auf die Suche nach Alternativen. Und sahen ein, dass man auch anders bauen kann. Genauer: nach den Vorgaben des UNESCO Biosphärenreservats und damit ganzheitlich nachhaltig.

Gesundes Wohnen folgt strengen Regeln, um Menschen maximales Wohlbefinden zu ermöglichen. Davon sind die Tirler-Hoteliers überzeugt. Sie wollen, dass Sie sich nach Lust und Laune bewegen können. Mit Ihrem Körper und in Ihrem Kopf. Einige Zimmer sind deshalb auch von außen erreichbar, zum Restaurant kommt man sowohl unter- als auch oberirdisch. Manche Wege durchs Hotel entdecken die Gäste durch Zufall.

Das ist der Luxus, den wir im Tirler bieten: frei sein. Im Zimmer, im Hotel, auf der Speisekarte, in der Natur. Als Gast haben Sie die Wahl. Dafür wurden wir mehrfach ausgezeichnet, u.a. als erstes Hotel in Italien mit dem ECARF-Gütesiegel (European Centre of Allergy Research Foundation).

TEL
MAP